Persönlich Aus der Wissenschaft Vermischtes Zitat der Woche

News der Woche

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Ausgabe
2023/37
DOI:
https://doi.org/10.4414/saez.2023.22154
Schweiz Ärzteztg. 2023;104(37):10-9

Publiziert am 13.09.2023

USZ engagiert Nierenspezialistin

Zürich PD Dr. med. Britta George ist die neue Direktorin der Klinik für Nephrologie des Universitätsspitals Zürich (USZ). Gleichzeitig wird sie zur Inhaberin des Lehrstuhls für Nephrologie an der Universität Zürich ernannt. George tritt ihre neue Stelle per 1. November an. Aktuell ist sie Geschäftsführende Oberärztin der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Münster, wo sie seit 2017 in der Nephrologie und Inneren Medizin tätig ist. George studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Medizin, wo sie 2008 promovierte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind glomeruläre Erkrankungen sowie die Transition von akutem Nierenschaden in eine chronische Nierenerkrankung. Sie verfügt ausserdem über einen MBA in Management in Medicine.
PD Dr. med. Britta George

Rakesh Padiyath ergänzt die Spitalleitung des USB

Basel Dr. med. Rakesh Padiyath ist zum neuen Direktor Prozesse, Steuerung und Entwicklung am Universitätsspital Basel (USB) gewählt worden. Diese Direktion optimiert die Steuerung von Ressourcen und Prozessen für das ganze Spital im Interesse einer guten Kapazitätsplanung. Rakesh Padiyath hat an der Universität Zürich Human-medizin studiert, an der Universität Basel promoviert und an der Hochschule St. Gallen einen MBA erworben. Er ist seit 2011 am Universitätsspital Basel in verschiedenen Funktionen tätig. Ferner war er von 2019 bis 2021 in der Hirslanden Klinik St. Anna als Leiter des medizinischen Systems in der Geschäftsleitung tätig.
Dr. med. Rakesh Padiyath

Führungswechsel in der Klinik Susenberg

Zürich Die Klinik Susenberg hat Dr. med. Anna Georgi zur neuen Chefärztin und Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewählt. Die Klinische Dozentin der Universität Zürich war von 2016 bis 2020 bereits in der Klinik tätig. Sie folgt auf Dr. med. Christel Nigg, die sich von ihren Führungsfunktionen zurückzieht. Anna Georgi hat nach ihrem Medizinstudium in Heidelberg und Berlin breite medizinische Erfahrung gesammelt, unter anderem im Spital Uster, am Stadtspital Waid und rund zehn Jahre in der Inneren Medizin des Universitätsspitals Zürich. Georgi verfügt über einen Facharzttitel in Allgemeiner Innerer Medizin und hat sich in Geriatrie, Psychosomatischer und Psychosozialer Medizin und Palliativmedizin weitergebildet.
Dr. med. Anna Georgi

Blutvergiftungen vermeiden

Pilzsepsis Das Immunsystem hindert den Körper daran, Hefepilzinfektionen zu bekämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von PD Dr. med. Stefan Freigang vom Institut für Gewebemedizin und Pathologie der Universität Bern. In Mausversuchen zeigte sich die Schlüsselrolle des entzündungshemmenden Eiweisses Interleukin 1-Rezeptor-Antagonist (IL-1Ra). Dringt Candida albicans in die Blutbahn ein, nimmt IL-1Ra zu, hemmt dadurch aber die Produktion und das Ausschwärmen von Neutrophilen, einer Untergruppe der weissen Blutkörperchen. Somit wird die Immunabwehr geschwächt und das Risiko für Blutvergiftungen steigt. Nun wollen die Forschenden untersuchen, ob dieser Mechanismus auch beim Menschen eine Pilzsepsis begünstigt. «Sollte sich dies bestätigen, könnten Wirkstoffe, die gegen das Eiweiss gerichtet sind, als neue Strategie zur Bekämpfung des Hefepilzes und eventuell auch anderer Pilzinfektionen eingesetzt werden», sagt Stefan Freigang.

Vorhang auf für Schweizer Pionierärztinnen

Frauen in der Medizin Gegen das Vergessen ankämpfen. Dieses Ziel verfolgt das Lausanner Forschungsprojekt «La médecine féminine», kurz MEDIF, bei dem das Vermächtnis von Ärztinnen in der französischsprachigen Schweiz und in Frankreich zwischen 1867 und 1939 gewürdigt werden soll. Das Projekt wird gemeinsam von Dr. Aude Fauvel, Medizinhistorikerin am Institut für Humanität in der Medizin (CHUV-UNIL), und Prof. Rémy Amouroux (UNIL) geleitet.
Ein Anatomiekurs an der Medizinischen Fakultät Lausanne im Jahr 1902. Die Studentinnen machen die Hälfte der Belegschaft aus.
© Bibliothèque de l’Institut des humanités en médecine CHUV-UNIL
In der vierjährigen Studie soll der Beitrag von Ärztinnen zur Innovation im Gesundheitswesen analysiert werden. «Die ersten Ärztinnen trugen dazu bei, die damalige Sicht auf das schwache Geschlecht zu reformieren. Von und für Frauen verfasste Gesundheitshandbücher, in denen über Körper und Sexualität gesprochen wird, wurden veröffentlicht und waren zu dieser Zeit ein echter Erfolg», betont Dr. Fauvel.
Ein Teil des Projekts wird sich mit dem Aufbau von Datenbanken beschäftigen, um das Phänomen der «Unsichtbarmachung» zu bekämpfen: «Frauen hatten oft nicht die Möglichkeit, Archivmaterial zu hinterlassen. Viele von ihnen heirateten oder veröffentlichten unter Pseudonymen und änderten ihre Namen, was die Forschung zusätzlich erschwert», so die Historikerin.
Die MEDIF-Studie wird vom Schweizerischen Nationalfonds mit 870 ​000 Franken unterstützt und soll unter anderem dazu beitragen, die Karriere von Ärztinnen zu fördern.

Leberschädigung nach Impfung

COVID-19 Forschenden des Universitätsspitals Basel um PD Matthias Matter ist es gelungen, die Schädigung der Leber nach einer mRNA-basierten COVID-19-Impfung besser zu verstehen. Ziel der Studie war es, diese seltenen Impfschädigungen mit den Leberschädigungen bei Autoimmunhepatitis zu vergleichen. Dabei stiessen die Forschenden auf deutliche Unterschiede: In Leberbiopsien von Patientinnen und Patienten nach einer COVID-19-Impfung fand sich eine stärkere Aktivierung von Stoffwechselgenen, ein stärkeres Infiltrat an zytotoxischen T-Zellen und eine andere Immunantwort durch T- und B-Zellen. Im Gegensatz zur Autoimmunhepatitis besteht zudem eine gute Chance, dass sich die Patientinnen und Patienten von einer durch die COVID-19-Impfung hervorgerufenen Leberschädigung vollständig erholen, ohne dass Folgeschäden an der Leber zurückbleiben. Die Studie ist im Journal of Hepatology erschienen.
«Die Realität entsteht in unseren Köpfen:
Wir erleben das,was unser Gehirn aus unserenWahrnehmungen macht.»
Prof. Dr. Claire-Anne Siegrist
Fachärztin Pädiatrie und Infektiologie
Hintergrundbericht ab Seite 12.