Kostenbremse, drohendes Globalbudget

Briefe / Mitteilungen
Édition
2018/22
DOI:
https://doi.org/10.4414/bms.2018.06793
Bull Med Suisses. 2018;99(22):709

Publié le 30.05.2018

Kostenbremse, drohendes 
Globalbudget

Sehr geehrte Kollegen, wir lassen uns, was die Abrechnung unserer Leistungen betrifft, immer mehr in ein Korsett zwängen. Der Zeitaufwand pro Patient wird limitiert, was sehr negative Folgen haben könnte. Unsere intellektuelle, fachspezifische Arbeit wird ein­deutig zu geringschätzig bewertet.
Wenn ich vergleiche, dass auf meiner letzten Zahnarztrechnung pro 5 Minuten Zeitaufwand Fr. 49.40 verrechnet wurden, sind unsere Ansätze für die gleiche Zeiteinheit ca. 6-mal tiefer. Warum lassen wir uns das gefallen?
Andererseits muss ich aber erwähnen, dass bei unserer Ausbildung viel zu wenig über ­Ernährung und deren Bedeutung für Krankheiten gelehrt wird. Ich selber leide an einer Polyarthritis und habe u.a. durch Ernährungsumstellung, Schwermetallausleitung, spezi­fische Kräutereinnahme und emotionelle Aufarbeitung meiner Lebensgeschichte die Autoimmunkrankheit in den Griff bekommen ohne Medikamente, die mir der Rheumatologe empfohlen hatte.
Es braucht bei einer solchen Aufarbeitung ­einer Patientengeschichte am Anfang sicher deutlich mehr Zeit als uns zugestanden wird. Aber in der Folge wird es dann für den Patienten eindeutig besser, finanziell und vor allem, was sein Leiden betrifft. Zusätzlich sinken auch die Kosten für die Krankenkassen deutlich. Wir sollten gemeinsam zusammenstehen und uns nicht von Leuten unter Druck setzen lassen, die von der spezifischen Problematik nichts verstehen und alles nur auf Zahlen ­reduzieren.

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