Eisenmangel: Eher eine volkswirtschaftliche Frage?

Briefe / Mitteilungen
Édition
2019/49
DOI:
https://doi.org/10.4414/bms.2019.18468
Bull Med Suisses. 2019;100(49):1661-1662

Publié le 03.12.2019

Eisenmangel: Eher eine volkswirtschaftliche Frage?

«If you have a hammer, every problem looks like a nail» – passt ja auch materiell hervor­ragend zum Element Eisen. Die Menschheit musste also bis 1998 darben, bis Kollege Beat Schaub endlich die Ursache allen Übels, den Eisenmangel bei Frauen und Kindern, entdeckte. Aus heutiger Sicht müsste unbedingt die Frage aufgearbeitet werden, wie und ­warum überhaupt ein Überleben möglich war, bevor auf breiter Front intravenöses ­Eisen verfügbar wurde. Total hinter dem Mond ist die WHO, die an völlig überholten, ja lebensfeindlichen Normwerten festhält. Seit 2006 wurde mit der Einführung der i.v. Fe-Carboxymaltose ein entscheidender Meilenstein gesetzt, der die Aktien der Herstellerfirma zu immer neuen Höhenflügen animierte und animiert. Und wer als Hausarzt abseits steht, die Nachfrage nach Ferritinbestimmungen «über die Gasse» bei absolut unauffälligem Blutbild und intravenöse Eisenverabreichung ohne vorgängigen Versuch einer peroralen Einnahme nicht kritik- und bedenkenlos befriedigt, ist selber schuld. Der Preis des i.v. Eisenpräparates ist ja geradezu ein Schnäppchen, die Produktion oraler Alternativen wird wohl wegen zu wenig Rendite demnächst eingestellt. Warum nur wollen nun die Doctores Schaub und Büchel unbedingt unseren Gesundheitsminister von der Notwendigkeit noch breiterer Anwendung und einer weltweiten Verbreitung überzeugen, wenn doch das Volk die Botschaft des ­«Eisenbriefes» schon lange verstanden hat und bereits heute alle Beteiligten bestens damit und davon leben können? Wäre nicht sein Kollege vom Volkswirtschaftsdepartement der richtige Adressat?

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