Vorschläge für eine Neuzeit

Briefe / Mitteilungen
Édition
2019/5152
DOI:
https://doi.org/10.4414/bms.2019.18502
Bull Med Suisses. 2019;100(5152):1753

Publié le 18.12.2019

Vorschläge für eine Neuzeit

Die bisherigen Bemühungen zur Sicherung des Planeten und der menschlichen Gesellschaft gegen Krieg und einen anthropogenen ökologischen Zusammenbruch haben bisher sozusagen nichts erbracht. Die Taktik der kleinen Schritte, die ihren Anfang noch weit im 20. Jahrhundert genommen hat, zeigte keinen signifikanten Erfolg. Die Prognosen für den weiteren Werdegang der menschlichen Gesellschaft sind eher pessimistisch und resi­gniert.
Das Risiko wird jeden Tag grösser, dass ein atomarer Krieg oder die Klimaerwärmung die Menschheit vernichtet. Angesichts der Bemühungen, die fruchtlos unternommen worden sind, muss man nach neuen und couragierten Wegen suchen, um die Zukunft zu erhalten. Viele kleine Schritte in der guten Richtung können zwar die Gefahren verzögern, aber nicht aufhalten. Je länger zugewartet wird bis zu mutigen Entscheidungen, umso gefähr­licher wird die Situation, in der sich die Menschheit befindet. Rasches und energisches Handeln ist gefordert, wenn nicht eine Katastrophe einen Grossteil des Lebens auf dem Planeten vernichten soll.
Die folgenden Vorschläge sollen zu einer besseren Neuzeit führen.
A/ Gründung eines Weltfriedenrates mit einer kleinen Zahl auserlesener Mitglieder analog dem Sicherheitsrat.
Diesem Rat obliegen die Aufgaben der Überwachung einer globalen totalen atomaren Abrüstung. Gleichzeitig überwacht und initiiert der Rat alle Massnahmen, die zur Erhaltung des Weltklimas nötig sind. Er überwacht die Anwendung der beschlossenen Massnahmen weltweit.
Zu den zu treffenden Massnahmen gehören die Einführung und Durchsetzung einer weltweiten Geburtenkontrolle und einer medizinischen Ethik, welche mit den Gesetzen der Natur im Einklang ist und eine exzessive Technisierung der Medizin verhindert.
B/ Der Wirtschaftsrat legt Richtlinien fest für die Benützung aller essentiellen Ressourcen. Er übernimmt die Verantwortung für eine ­angemessene globale Verteilung der verfüg­baren Ressourcen.
Handel- und Personenverkehr sind weltweit ohne Verhinderungen und Zollgrenzen möglich.
Jedem Menschen wird ein gewisses materielles Existenzminimum zugesichert, wobei kein Unterschied zwischen der Herkunft aller Menschen gemacht wird. Die Gleichberichtigung der Geschlechter ist garantiert, ebenso wie die sexuelle Freiheit.
Diese Massnahmen könnten zeitnah eingerichtet werden, insofern die Einsicht zustande kommt, dass eine Fortsetzung auf dem heutigen Wege zukunftslos wäre. Eine Gesellschaft mit den neuen Regeln wäre ein grosser ­Entwicklungsschritt in der Evolution der Menschheit.

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