Spital sucht Konsens statt Konkurrenz

Briefe an die Redaktion
Édition
2023/1415
DOI:
https://doi.org/10.4414/bms.2023.21669
Bull Med Suisses. 2023;104(1415):21

Publié le 05.04.2023

Spital sucht Konsens statt Konkurrenz

Frau Kiefer-Glomme beschreibt treffend die leider nicht bessernde Situation des Kapazitätsmanagements vieler Spitäler. Angestossen durch den Personalmangel in der Pflege, nach all den anderen Krisen nun die erneute Kapazitätskrise.
Von der Disponentin bis zum Operateur spürt die ganze Mitarbeiterkette in den Spitälern täglich die frustrierenden Auswirkungen davon, wenn nicht systemisch gedacht und gehandelt wird: Krisenmodus als Lebensform?
Das Hauptproblem offenbart sich häufig in der praktischen Duldung der Partikularinteressen, vulgo: Silos, der verschiedenen Spitalkliniken.
Bevor man für uns Ärzte und Ärztinnen noch den «Fähigkeitsausweis Bettenmanagement» einführen mag, den mancher sich zweifellos schon redlich verdient hätte, sollten wir dazu kommen, für das Ganze zu denken.
Was es jetzt also dringend braucht, um die «volonté générale» im Sinne unserer Patientinnen und Patienten und administrativ überlasteten Mitarbeitenden durchzusetzen: ein ärztlich besetztes, klinikübergeordnetes Eintritts- und OP-Management, welches sich weisungsbefugt und kompetent erstens anhand von Dringlichkeiten und zweitens anhand der Verteilungsgerechtigkeit orientiert. Was spräche dagegen?
Das Belassen des Kapazitätsmanagements im Schwebezustand kann auch als mangelnde Wertschätzung den Mitarbeitenden gegenüber ausgelegt werden.
Mein ganz persönlicher Eindruck ist, dass es so wie aktuell nicht weitergehen kann und darf.
Hier sollte man von den Direktionen das einfordern dürfen, was den Mitarbeitenden seit Jahren gepredigt wird: «Agilität».
Dr. med. Frank Scherff, Frauenfeld

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