Zu Fragen der Selbstreflexion

Briefe / Mitteilungen
Édition
2018/21
DOI:
https://doi.org/10.4414/bms.2018.06758
Bull Med Suisses. 2018;99(21):655

Publié le 23.05.2018

Zu Fragen der Selbstreflexion

Der Artikel zu den Fragen der Selbstreflexion habe ich mit Interesse und Erstaunen gelesen, denn es ist selten, dass Autor(inn)en aus andern Fakultäten im «gelben» Heft zu Wort kommen.
Zur Selbstreflexion habe ich einige Gedanken beizufügen, denn während meiner Tätigkeit als Arzt im Münstertal – oft auf mich allein gestellt – war Selbstreflexion für mich sehr wichtig:
– Ist das gut, was ich da tue oder getan habe?
– Warum habe ich dies oder das getan und den Patienten z.B. nicht in eine grosses Spital verlegt?
– Stimmt die Qualität meines Tuns? usw.
Etwas, das mich immer wieder beschäftigt hat: Wenn ich als Arzt handle, so muss ich von der Richtigkeit meines Tuns überzeugt sein. Denn wenn ich unsicher bin oder zweifle, so spürt dies der Patient sehr wohl. Und wer möchte sich schon gerne von ­einem unsicheren oder zaudernden Arzt behandeln lassen? Das Problem ist für mich unlösbar gewesen. Ich habe mich «getröstet» mit der Feststellung, dass ich zwei Seelen in meiner Brust habe: Überzeugung, dass ich es meistern kann einerseits, und fast tägliches Zweifeln und Hinterfragen meines Tuns andererseits.
Es geht also mir vorab um eine Reflexion auf das eigene Tun, nicht auf das eigene Sein.
Das etwa ist das, was ich «inside of me» spüren konnte und immer wieder versuchen musste, es zu bewältigen.
Wäre das Schreiben einer Kurzgeschichte da hilfreich? Ich zweifle.

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