Ein Essay-Wettbewerb für Medizinethik-Studierende und praktizierende Ärztinnen und Ärzte

Premio Pusterla 2019

Horizonte
Édition
2019/35
DOI:
https://doi.org/10.4414/bms.2019.18092
Bull Med Suisses. 2019;100(35):1171

Affiliations
a Prof. Dr., Professorin für Ältere deutsche Literatur, Universität Zürich, Visiting Professor, Indiana University, Bloomington, CEO Bloomlight Productions
b Prof. Dr. med. Dr. phil., Direktorin des Instituts für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte der Universität Zürich und Fellow am Collegium Helveticum

Publié le 27.08.2019

Wir sind Kolleginnen an der Universität Zürich, die eine an der Philosophischen, die andere an der Medizinischen Fakultät. Die eine träumte schon lange von einem Essaywettbewerb für Medizinethik-Studierende, die andere setzt sich ein für Brückenschläge zwischen Literatur und Wissenschaft und für das kreative und reflexive Schreiben für Mediziner. So entwickelten wir den Premio Pusterla Junior am Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte der Universität Zürich, führten ihn am 7. März 2018 in Zürich erstmals durch, in Anwesenheit des Preisstifters, Dr. med. Edio Pusterla, Lugano. Der Siegertext wurde in der Ausgabe 28–29 der Schweizerischen Ärztezeitung abgedruckt [1]. Damals warf die lebhafte Debatte der live auf der Bühne diskutierenden Jury Grundsatzfragen auch nach der Gattung auf: Was zeichnet einen guten Essay aus? Und was ist ein Essay überhaupt?
In die nächste Runde des Premio Pusterla gingen wir erstens mit einem wiederum grosszügigen Essay-Begriff. Unser Schutzpatron ist Michel de Montaigne, der als Essayist den narrativen sowie den argumentativen Zugang gleichzeitig praktizierte – und Montaigne hiess sogar das Prinzip der Abschweifung gut. Und zweitens schufen wir eine neue Wettbewerbskategorie – den Premio Pusterla Senior, an dem praktizierende Ärztinnen und Ärzte aus der ganzen Schweiz teilnehmen konnten. Zu gewinnen gab es ein Preisgeld (Premio Pusterla Junior) bzw. die Einladung zu einem kulturellen Event mit Übernachtung für zwei Personen sowie ein Schreibcoaching bei Hildegard Keller (Premio Pusterla Senior).
Am 15. Mai fand die Preisfeier für beide Kategorien statt. Zuerst wurde der Gewinner in der neuen Seniorkategorie bekanntgegeben; die Jury (Brida von Castelberg, Anna Elsner und Jürg Kesselring) hatte den Siegertext aus allen Einsendungen ausgewählt. Es ist der Essay «Krank ohne Kant: Vom technologischen zum kategorischen Imperativ» von Peter Selhausen.
Dann folgte die Preisausscheidung des Premio Pusterla Junior nach bewährtem Modell. Die drei Schreibenden stellten im Finale zuerst ihre Essays vor (Leana Cavelti, Hanna Fischer und Nathan Schmid), anschliessend diskutierte die Jury (Brida von Castelberg, Anna Elsner und Jürg Kesselring) angeregt und kontrovers über die Texte, dann gaben das Publikum sowie die Jurorinnen und der Juror ihre Stimmen ab – und jetzt stand der Gewinner fest: Es ist «Der scheinbare Autonomieraub am Lebemann und wie mich sein Lächeln eines Besseren belehrte» von Nathan Elia Schmid, auf den zweiten Platz kam Hanna Fischer, auf den dritten Leana Cavelti. Wir gratulieren den zwei Preisträgerinnen und den zwei Preisträgern und freuen uns schon auf den Premio Pusterla 2020.
Die Preisfeier fand am 15. Mai 2019 in Zürich statt.
Die Preisträgerinnen und Preisträger des Premio Pusterla 2019 sind:
Premio Pusterla Junior 2019
Nathan Elia Schmid mit «Der scheinbare Autonomieraub am Lebemann und wie mich sein Lächeln eines Besseren belehrte», 1. Platz (auf Seite 1172 dieser Ausgabe)
Hanna Fischer mit «Leben oder nur Überleben – Der dünne Grat zwischen Menschlichkeit und Qual», 2. Platz (online unter www.saez.ch → Ausgabe 35/2019).
Leana Cavelti mit «Schwarze Liste als Todesurteil», 3. Platz ­(online unter www.saez.ch → Ausgabe 35/2019).
Premio Pusterla Senior 2019
Peter Selhausen mit «Krank ohne Kant: Vom technologischen zum kategorischen Imperativ» (auf Seite 1174 dieser Ausgabe).
biller-andorno[at]ethik.uzh.ch
hildegard.keller[at]access.uzh.ch

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